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Schnittstellen

KfW-Unternehmensbefragung 2026

Investitionsstau im Mittelstand. Warum Digitalisierung und Kostensenkung oft dasselbe Projekt sind

92 Prozent der Unternehmen sehen Investitionsbedarf, am häufigsten bei Digitalisierung und Kostensenkung. Investieren wollen nur 61 Prozent. Wie Du Vorhaben findest, die sich auch in einem unsicheren Jahr rechnen.

Moritz Grellner · Berater · 4 Min. Lesezeit

Ein Geschäftsführer liest im Abendlicht ein Angebot, hinter der Glasscheibe steht eine abgedeckte Maschine in der Werkhalle

92 Prozent der Unternehmen in Deutschland sehen bei sich Investitionsbedarf. Das zeigt die Unternehmensbefragung 2026 der KfW, veröffentlicht am 1. Juli. Am häufigsten fehlt Geld für Digitalisierung (53 Prozent), knapp dahinter für Investitionen, die Kosten senken (51 Prozent). Konkrete Pläne für die nächsten zwölf Monate haben aber nur 61 Prozent.

Die beiden größten Posten stehen in der Statistik nebeneinander. Im Büro eines Mittelständlers sind sie oft ein und dasselbe Vorhaben. In diesem Beitrag zeigen wir Dir, warum das so ist und wie Du Investitionen findest, die sich auch in einem unsicheren Jahr rechnen.

Der Bedarf ist groß, die Pläne bleiben klein

KfW Research hat gemeinsam mit 19 Wirtschaftsverbänden 1.567 Unternehmen aller Größen befragt, von Anfang März bis Ende April 2026. Im vergangenen Jahr haben 57 Prozent von ihnen investiert. Im Krisenjahr 2009 waren es noch 68 Prozent.

Für die kommenden zwölf Monate planen 61 Prozent eine Investition. Eine Aufbruchsstimmung sieht die KfW darin nicht. Je kleiner der Betrieb, desto größer die Zurückhaltung: Bis 1 Million Euro Jahresumsatz plant nur knapp die Hälfte (45 Prozent), zwischen 10 und 50 Millionen Euro sind es 81 Prozent.

Auf einen Blick

92 %
der Unternehmen sehen Investitionsbedarf, nur 61 % planen konkret
53 %
sehen den größten Bedarf in der Digitalisierung
51 %
brauchen Investitionen, die Kosten senken

Quelle: KfW Research, Unternehmensbefragung 2026 vom 01.07.2026; 1.567 Unternehmen, befragt März bis April 2026

Was die Betriebe bremst

Gefragt wurde auch, warum Unternehmen 2025 nicht investiert haben. Drei Gründe stehen vorn:

  • Die Lage ist unsicher.47 Prozent nennen die gesamtwirtschaftliche Entwicklung als Grund. Wer nicht weiß, wie das nächste Jahr läuft, verschiebt große Vorhaben.
  • Die Kosten sind gestiegen.Für 43 Prozent haben Energie, Material und Löhne den Spielraum verkleinert.
  • Das Geld ist knapp.34 Prozent fehlten Eigenmittel, 28 Prozent waren die Finanzierungskonditionen zu ungünstig. Nur 24 Prozent halten einen Kredit derzeit für leicht zu bekommen.

Diese Rechnung ist nachvollziehbar. Ein neues ERP, eine Halle oder eine Maschinenlinie bindet Geld über Jahre. Die Arbeit im Büro wartet aber nicht. Aufträge werden weiter abgetippt, Rechnungen weiter von Hand geprüft.

„Unsere Unternehmen wissen dabei sehr genau, wo sie investieren müssen […]. Doch zu viele Projekte bleiben seit Jahren in der Warteschleife.“

Stefan Wintels, Vorstandsvorsitzender der KfW, Pressemitteilung vom 1. Juli 2026

Digitalisierung und Kostensenkung sind oft dasselbe Projekt

Ein Beispiel aus dem Alltag: Eine Bestellung kommt per Mail als PDF. Jemand tippt sie ins ERP, also das Programm für Aufträge, Lager und Rechnungen. Die Rechnung wird später in DATEV noch einmal erfasst. Den Lieferstatus pflegt eine Kollegin zusätzlich in einer Excel-Liste.

Jeder dieser Schritte kostet ein paar Minuten, bei jedem Vorgang, an jedem Tag. Verbindest Du Shop, ERP und DATEV über Schnittstellen, fallen sie weg. Eine Schnittstelle ist eine direkte Verbindung, über die zwei Programme Daten austauschen. Das ist Digitalisierung, und es senkt laufende Kosten.

Die KfW beschreibt Kostensenkung genau so: durch Effizienz und Automatisierung, also Arbeitsschritte ohne Abtippen und Nachfragen. Umgesetzt wird sie bisher seltener, als sie gebraucht wird. Von den Unternehmen, die 2025 investiert haben, verfolgten 38 Prozent vor allem das Ziel, Kosten zu senken. 42 Prozent investierten in Digitalisierung.

Eine Sachbearbeiterin tippt einen ausgedruckten Auftrag in den Computer, daneben weitere Ausdrucke und eine Tasse Kaffee
Ein Auftrag, drei Programme, dreimal getippt

Was Handarbeit kostet, lässt sich ausrechnen

Prozesskosten sind die Kosten, die ein Arbeitsablauf durch Arbeitszeit verursacht. In der Bilanz tauchen sie nicht als eigene Zeile auf. Deshalb werden sie leicht unterschätzt, gerade wenn über Investitionen entschieden wird.

Die Rechnung selbst ist einfach: Vorgänge mal Minuten mal Stundensatz. Ein Beispiel aus unserer Systemlandkarte: 600 Vorgänge mit je 5,5 Minuten Handarbeit ergeben ein Einsparpotenzial von 28.190 Euro im Jahr. Für Deinen Betrieb kannst Du das mit der Systemlandkarte in wenigen Minuten abschätzen.

Solche Zahlen verändern die Entscheidung. Eine Schnittstelle zwischen ERP und DATEV ist eine überschaubare Investition. Ihr Nutzen zeigt sich ab dem Monat, in dem das Abtippen wegfällt.

Klein anfangen, wo es sich zuerst rechnet

Wer wenig Spielraum hat, braucht eine klare Reihenfolge. Diese drei Schritte haben sich in unseren Projekten bewährt:

  1. Handarbeit finden.Zuerst wird sichtbar, wo im Betrieb Daten von Hand zwischen Programmen wandern. Gemeint sind Abtippen, Kopieren und doppelte Listen.
  2. Bestehende Programme verbinden.Die meisten Betriebe haben die richtigen Programme schon. Es fehlen die Verbindungen zwischen ihnen. Ein neues ERP brauchst Du dafür selten.
  3. Ergebnis messen.Nach der ersten Verbindung zählst Du nach, wie viele Minuten pro Vorgang und wie viele Rückfragen wegfallen. So finanziert der erste Schritt die Entscheidung für den zweiten.

Das passt zu dem, was die KfW-Befragung zeigt. Vorhaben mit kurzer Laufzeit und messbarem Nutzen sind leichter zu begründen, gegenüber der Bank und im eigenen Haus. Und sie lassen sich oft aus dem laufenden Budget stemmen.

Ein Geschäftsführer rechnet mit dem Taschenrechner, eine Kollegin zeigt auf eine Skizze mit verbundenen Kästen
Erst rechnen, dann investieren

Was Du jetzt tun kannst

Für den Anfang brauchst Du kein großes Projekt. Diese Schritte schaffst Du mit Bordmitteln:

  1. Nimm einen Ablauf, der täglich Zeit kostet, etwa Auftragseingang oder Eingangsrechnung.

  2. Zeichne nach, durch welche Programme er läuft, vom Eingang bis zur Buchung.

  3. Zähl die Stellen, an denen jemand abtippt, kopiert oder in Excel nachpflegt.

  4. Schätz pro Stelle die Minuten und die Zahl der Vorgänge im Monat.

  5. Rechne das hoch und vergleiche es mit dem, was eine Verbindung kosten würde.

Wenn Du dafür eine Vorlage willst: Die Systemlandkarte führt Dich durch genau diese Fragen.

Unser Blick

Das Geld für das große Projekt fehlt gerade. Die Handarbeit im Büro kostet trotzdem jeden Tag.

So sehen wir es in vielen Betrieben, und deshalb fangen wir bei den Verbindungen an. Wir verbinden Deine Systeme, statt sie zu ersetzen. Im System-Audit nehmen wir in einem ½ Tag Workshop auf, welche Programme Du hast, wie Daten fließen und wo von Hand übertragen wird. Am Ende steht ein Fahrplan mit Prioritäten, Budget und ROI.

Das System-Audit kostet 2.999 Euro. Es zeigt Dir, welche Investition sich bei Dir zuerst rechnet.

Nächster Schritt

Erst rechnen, dann investieren

Im System-Audit schauen wir in einem ½ Tag Workshop auf Deine Programme und Abläufe. Danach weißt Du, welche Verbindung sich zuerst rechnet, mit Budget und ROI.

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